Unsere schüchternen Katzen – haben sie (k)eine Chance???

Sind Sie der passende Typ Mensch für unsere besonders schüchternen Katzen?

Menschen haben ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Katzen auch! Die passenden Katzen mit den passenden Menschen zusammenzubringen, ist deshalb unser großes Ziel. Das gilt ganz besonders für unsere noch scheuen Samtpfötchen. Die passen nicht zu jedem Katzenfreund. Zu Ihnen? Das wollen wir gemeinsam herausfinden. Wenn Sie sich also in unsere schüchternen Schätzchen verguckt haben, sollten Sie deshalb unbedingt folgendes beachten:

  1. Schüchterne Katzen haben meist schlechte Erfahrungen mit uns Menschen gemacht. Um ihr Vertrauen zurückzugewinnen braucht es ZEIT. Und hier reden wir nicht von Tagen, auch nicht von Wochen. Hier reden wir unter Umständen sogar von vielen Monaten – dies muß Ihnen bewußt sein! Es ist eine Katastrophe für scheue Katzen, nach wenigen Tagen oder Wochen wieder zurückgebracht zu werden, weil die neuen Besitzer jetzt erst feststellen, dass sie doch eher der Typ für eine verschmuste draufgängerische Streichelkatze sind.
  2. Eine laute, hektische Umgebung ist absolut ungeeignet für unsere Scheuen. Wenn Sie Kinder haben, oder gerne feiern und Leute einladen– auch dafür gibt es die passenden Katzen! Es gibt Katzen, die lieben Trubel, die lieben es, wenn immer etwas los ist, und je mehr streichelnde Hände, desto besser – mit solchen Katzen werden sie garantiert glücklich und die Katzen mit Ihnen! Aber unsere Schüchternen wären einfach nichts für Sie.
  3. Aber wer paßt denn eigentlich zu unsern schüchternen Schätzchen? Nun, das sind Menschen, die von Natur aus selbst Ruhe suchen und Trubel meiden; Menschen, die auch einfach nur Freude daran haben, Tiere zu beobachten, ohne sie gleich anfassen und dadurch überfordern zu müssen. Die genug Verständnis haben, ihre neuen Familienmitglieder die erste Zeit (und wir reden hier nicht von Tagen oder Wochen!) einfach nur „freundlich und liebevoll in Frieden zu lassen”, mit ganz viel Rückzugsmöglichkeiten.
  4. Katzenerfahrung wäre bei unseren Schüchternen sicher nicht schlecht. Aber viel wichtiger ist, ob Sie der „Typ” für unsere Schüchternen sind. Denn umgekehrt hilft auch Katzenerfahrung nichts, wenn Sie nun mal einfach der Typ für ein „Draufgänger-Schmusekätzchen” sind. Machen Sie sich bitte klar: Sie werden mit unseren Schüchternen womöglich lange Zeit kein schnurrendes Kätzchen haben, das in Ihrem Schoß schläft, sondern einen ängstlichen Untermieter, der sich vielleicht erst nach Wochen sogar auch mal dann hinterm Schrank vortraut, wenn Sie zu Hause sind.
  5. Wenn Sie nun denken „aber was habe ich dann von so einer Katze?? “, dann sollten Sie doch eher auf unsere „Verschmusten” zurückgreifen – oder auf einen Kompromiß: Wir haben auch immer wieder Pärchen, bei denen eine Katze scheu, die andere jedoch durchaus verschmust und anhänglich ist, oder es zumindest absehbar ist dass eine der beiden bald auftauen wird. Bei solch einem Pärchen kann der scheue Part dann einfach „mitlaufen” und lernt irgendwann, dass die Menschen doch offenbar gar nicht so schlimm sind.

Zum Schluß noch eins: Eines fernen Tages wird es plötzlich „klick” machen, und plötzlich kann die einstmals so scheue Katze plötzlich gar nicht mehr genug von Ihnen bekommen. Dieser Moment ist unbeschreiblich. Aus schüchternen Katzen können mit den richtigen Menschen die dankbarsten, verschmustesten Geschöpfe werden – aber den Moment bestimmt die Katze, und er kann viele Monate auf sich warten lassen. Doch „alles kommt zu dem, der warten kann.”

von Dr. Barbara Gorißen